Immer mehr Landräte werden Impfpflicht nicht durchsetzen

Das Bundesland Sachsen ist nicht nur durch seine großen Spaziergänge ein Vorreiter in der maßnahmenkritischen Bewegung gewesen. In vielen kleinen Gemeinden spazierten teilweise Tausende am Montagabend durch die Straßen, um so ihren Unmut gegen die aktuelle Politik zum Ausdruck zu bringen. Auch bezogen auf die drohende Entlassung der Mitarbeiter preschen die Sachsen hervor. Als erstes meldete sich der Vize-Landrat von Bautzen zu Wort und verkündete, dass die einrichtungsbezogene Impfpflicht nicht durchgesetzt wird. Seine Sorge sind die vielen Menschen in den Einrichtungen, die dann keine adäquate Versorgung mehr bekommen werden.

Ihm zur Seite trat jetzt Nordsachsens Landrat Kai Emanuel. Er wolle keinen daran hindern, seiner Arbeit nachzugehen. Außerdem müsse die Impfpflicht im Zuge der sich als harmlos herausgestellten Omikron-Variante neu bewertet werden.
Mecklenburg-Vorpommern ist in den vergangen Monaten durch verschärfte Maßnahmen und Einreisebestimmungen aufgefallen. Das könnte einer der Gründe für die Überlastung des Gesundheitsamtes sein. Der Landkreissprecher des Landkreises Vorpommern-Greifswald Achim Froitzheim wird seine Behörde nicht mit weiteren Aufgaben überlasten und die Regelung nicht durchsetzen.
Weitere Landkreise werden sich in naher Zukunft äußern müssen. Die Impfpflicht für Mitarbeiter in Pflegeeinrichtungen und Arztpraxen wird zu großen Engpässen im bereits stark gebeutelten Gesundheitssystem führen. Aus diesem Grund wurde im Landkreis Odenwald eine Petition von Bürgern gestartet, die den Landrat Matiaske zur Nichtdurchsetzung der Impfpflicht bewegen soll.