In zwei Jahren Pandemie haben sich die »Querdenker« als feste Größe etabliert…

In einem muss man dem „Spiegel“ Recht geben:

„In zwei Jahren Pandemie haben sich die »Querdenker« als feste Größe etabliert…“

Was der Spiegel noch immer nicht versteht, ist dass Deutschland tatsächlich weit entfernt ist von einem demokratischen Rechtsstaat.
Dass was insbesondere die „Querdenker“ zeigen, ist ein ausgeprägtes Bewusstsein für einen demokratischen Rechtsstaat.

Das Gebrüll, die Demonstranten wären überwiegend rechtsoffen, rechts oder gar Nazis, verharmlost zum einen die Zeit des Nationalsozialismus, und beachtet schlicht nicht die Forderungen der Demonstranten.
Geistige und körperliche Selbstbestimmung sind keine Forderungen, die man klassisch als „rechts“ bezeichnen würde. Ein Bestehen auf Grundrechte und Menschenwürde ist auch kein traditionelles „Nazithema“ und die Forderung nach Basisdemokratie und kritischer Justiz dürfte auch nicht in die Kernkompetenz von Weltkriegsfans fallen.
Der Versuch des Spiegels, die eigene faschistoide Sichtweise und die mediale Unterstützung einer offen autoritären Politik kann nicht dadurch verleugnet werden, dass man diejenigen, die die Welt liberaler sehen, diskreditiert.
Österreich wurde gerade zur Wahldemokratie herabgestuft. Deutschland ist maximal gutmeinend ebenfalls als solche zu bezeichnen.
Die Kritik daran, dass die Bundesrepublik kein demokratischer Rechtsstaat ist, bedeutet im Umkehrschluss ja gerade nicht, dass diejenigen eine echte Demokratie mit starker Bürgerbeteiligung ablehnen.

Rechtsanwalt Ludwig, „Querdenkeranwalt“